TPO ist seit September 2025 in der EU verboten, und Acrylate wie HEMA bleiben die Hauptursache für Kontaktallergien bei Gellack. Das Verbot betrifft vor allem Photoinitiatoren, die Stoffe, die Gel unter UV- oder LED-Licht aushärten lassen. Acrylate sind noch immer in fast jeder Formel enthalten, und die Exposition entsteht vor allem dann, wenn flüssiges Gel auf die Haut gelangt.
Drei Dinge kannst du heute schon tun:
- Vermeide Hautkontakt mit flüssigem Gel, insbesondere im Bereich der Nagelhaut.
- Prüfe vor dem Kauf das Etikett auf Angaben wie „TPO-frei“ oder „HEMA-frei“.
- Gehe bei anhaltender Rötung, Schwellung oder Juckreiz zum Hausarzt oder Hautarzt.
Kurz zusammengefasst:
- Das TPO-Verbot seit September 2025 bedeutet, dass alle neuen Gellacke, die nach diesem Datum auf den Markt kommen, frei von diesem Stoff sind, wodurch sich das Allergierisiko verringert.
- Acrylate wie HEMA sind weiterhin in fast allen Formeln enthalten, sodass Hautkontakt beim Auftragen und Entfernen immer noch Kontaktallergien auslösen kann.
- Das Allergierisiko wird vor allem durch die richtige Technik, wie dünne Schichten und vollständige Aushärtung, bestimmt und nicht nur durch die Inhaltsstoffe.
- Bei Beschwerden im Bereich der Nagelhaut und der Finger ist es wichtig, auf Rötung, Schwellung und Juckreiz zu achten, die sich vor allem während oder nach dem Entfernen bemerkbar machen.
- Trage bei der Anwendung Handschuhe, arbeite in einem gut belüfteten Raum und überprüfe die vollständige Inhaltsstoffliste, um Risiken zu minimieren.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet das TPO-Verbot für deinen Gellack?
- Acrylate und HEMA: Welche Stoffe verursachen weiterhin Probleme?
- Wann zeigt deine Haut auf eine Allergie gegen Gellack hin?
- So verringerst du das Risiko bei jeder Gellack-Sitzung
- Welche Alternativen zu TPO sind jetzt sicherer?
- Praktische, geprüfte Tipps von Kiki London für den Heimgebrauch
- Was der Diskussion über gefährliche Stoffe in Gellack oft fehlt
- Wichtigste Erkenntnisse
- Quellen
Was bedeutet das TPO-Verbot für deinen Gellack?
TPO, kurz für Trimethylbenzoyl-Diphenylphosphinoxid, ist der Stoff, der Gellack unter UV- oder LED-Licht schnell und tief aushärten lässt. Er funktionierte gut, deshalb war er jahrelang in beliebten Formeln enthalten. Sicherheitsbewertungen ergaben jedoch, dass TPO Fortpflanzungsrisiken birgt und Hautallergien auslösen kann, woraufhin die Europäische Kommission den Stoff als schädlich für die Verwendung in Kosmetika einstufte, die auf der Haut verbleiben. Dies führte zu einem Verbot, das am 1. September 2025 in Kraft trat.
Was merkst du davon? Salons mussten ihre Bestände ersetzen und Hersteller passten ihre Formeln an. Für dich als Verbraucherin bedeutet das einfach, dass jeder Gellack, der nach diesem Datum legal verkauft wird, kein TPO mehr enthalten darf.
Dennoch warnt RTL, dass noch alte Bestände im Umlauf sind, insbesondere über dubiose Webshops. Achte also darauf:
- Kaufe Gellack bei einem Shop, der die vollständige Inhaltsstoffliste anzeigt.
- Sei kritisch gegenüber sehr günstigen Sets aus unbekannten ausländischen Webshops.
- Frage bei einem Salonbesuch ruhig nach der verwendeten Marke, wenn du Zweifel hast.
Acrylate und HEMA: Welche Stoffe verursachen weiterhin Probleme?
Das TPO-Verbot beseitigt nur einen Teil des Problems. Acrylate, darunter HEMA (Hydroxyethylmethacrylat) und verwandte Stoffe wie Isobornylmethacrylat, sind noch immer in fast jeder Gellack-, Builder-Gel- und BIAB-Formel enthalten. Diese Moleküle bilden zusammen die Basis, die nach dem Aushärten deine starke, glänzende Schicht ergibt.

Das Problem liegt nicht am ausgehärteten Nagel, sondern am Kontakt, der davor stattfindet. Hautkontakt mit der flüssigen, noch nicht ausgehärteten Form kann bei wiederholter Exposition eine Kontaktallergie auslösen. Radar beschreibt, dass sich diese Art von Allergie durch Rötung, Schwellung und Ekzeme im Bereich der Nägel äußert und dass die Beschwerden manchmal erst nach Jahren der Exposition auftreten.
Wichtig zu wissen:
- Einmal korrekt ausgehärtetes Gel ist weitgehend inert und stellt ein viel geringeres Risiko dar.
- Wiederholte, geringfügige Expositionen durch Verschütten oder unvollständige Aushärtung erhöhen hingegen das Risiko.
- Ein „TPO-frei“-Label sagt nichts über den HEMA-Gehalt aus. Das sind zwei separate Fragen.
Wann zeigt deine Haut auf eine Allergie gegen Gellack hin?
Die meisten Beschwerden entstehen zu zwei Zeitpunkten: beim Auftragen, wenn flüssiges Gel die Haut um deine Nagelhaut berührt, und beim Entfernen, wenn du zu stark kratzt oder feilst. Auch unvollständig ausgehärtete Schichten hinterlassen Restmonomere, die stundenlang Hautkontakt haben.
Achte auf diese Anzeichen:
- Rötung oder ein brennendes Gefühl im Bereich der Nagelhaut kurz nach einer Behandlung.
- Schwellung oder kleine Knötchen an den Fingern, die sich manchmal bis zu den Fingerspitzen ausbreiten.
- Trockene, schuppige oder juckende Haut, die trotz Creme wochenlang anhält.
- Schmerzhafte, empfindliche Nagelhaut, die nicht auf gewöhnliche Pflege reagiert.
Bei leichtem Juckreiz kannst du zunächst selbst handeln, indem du vorübergehend auf Gellack verzichtest. Wenn die Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern, gehe zum Hausarzt oder Hautarzt. Kontaktallergien gegen Acrylate werden oft erst spät erkannt, weil Menschen sie mit trockener Haut verwechseln.
Pro-Tipp: Merke dir den Namen der Marke und die genaue Produktlinie, die du verwendet hast. Mit diesen Informationen kann ein Hautarzt schneller testen, welcher Stoff die Reaktion verursacht.
So verringerst du das Risiko bei jeder Gellack-Sitzung
Die Technik macht hier den größten Unterschied, mehr als die Wahl der Marke. Drei Schritte, die dein Risiko dauerhaft verringern:
- Arbeite in dünnen Schichten. Eine dicke Schicht härtet von innen nicht vollständig aus, wodurch Restmonomere weiterhin mit deiner Haut in Kontakt bleiben, wie BeautyScene ebenfalls anzeigt.
- Respektiere die Aushärtungszeit deiner Lampe. Jede LED- oder UV-Lampe hat eine eigene Leistung und damit einen eigenen Zeitplan pro Schicht. Halte dich an die Zeit, die für deine Lampe und dein Produkt vorgesehen ist, nicht an einen Durchschnittswert aus einem Video.
- Vermeide Hautkontakt beim Auftragen. Arbeite mit einem dünnen Pinsel bis kurz vor die Nagelhaut, nicht darüber hinaus.
Auch dein Arbeitsplatz spielt eine Rolle:
- Arbeite in einem gut belüfteten Raum. Gellack riecht stark durch den chemischen Geruch der Monomere, und das ist sofort ein Zeichen dafür, dass du lüften musst.
- Trage Nitrilhandschuhe, wenn du empfindliche Haut hast oder viele Nägel hintereinander behandelst.
- Bestelle professionelle Produkte bei Unsicherheit niemals bei dubiosen Webshops ohne klare Inhaltsstoffliste, denn dort zirkulieren noch alte TPO-Bestände.
Prüfe beim Kauf diese Punkte auf dem Etikett:
- Angabe „TPO-frei“ oder ein alternativer Photoinitiator, der in der Inhaltsstoffliste genannt wird.
- „HEMA-frei“, wenn du bereits früher allergische Reaktionen hattest.
- Eine CE-Kennzeichnung oder der Hinweis, dass das Produkt bei der CPNP (dem europäischen Kosmetikportal) registriert ist.
Pro-Tipp: Feile oder kratze niemals Gellackreste ab. Lass das Produkt in Aceton mit Folie einweichen und entferne erst lose Teile. Aggressives Entfernen beschädigt die Nagelhaut und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Sensibilisierung.
Welche Alternativen zu TPO sind jetzt sicherer?
Hersteller stellen vor allem auf TPO-L und kombinierte Photoinitiatorsysteme um, die eine vergleichbare Aushärtungsgeschwindigkeit bei einer anderen Sicherheitsklassifizierung bieten. Laut der Europäischen Kommission hängt die tatsächliche Sicherheit jeder Alternative von der genauen Konzentration und Formulierung ab, nicht nur vom Namen des Stoffes.
Deshalb bleibt eine Regel bestehen: TPO-frei bedeutet nicht automatisch allergiefrei. Die Acrylate, die für Stärke und Glanz sorgen, bleiben der wichtigste Aspekt.
Prüfe bei jedem Kauf:
- Die vollständige Inhaltsstoffliste, nicht nur den Werbetext auf der Verpackung.
- Ob das Produkt als HEMA-frei oder mit einem geringeren HEMA-Gehalt angeboten wird, insbesondere wenn du bereits früher eine Reaktion hattest.
- Den Rat eines Profis bei Unsicherheit, zum Beispiel eines Nagelstylisten oder Hautarztes.
Praktische, geprüfte Tipps von Kiki London für den Heimgebrauch
Kiki London arbeitet mit Formeln, die die neuen Vorschriften berücksichtigen, und die Tutorials auf der Website zeigen genau, worauf es bei der Technik ankommt.
- Arbeite Schicht für Schicht und härte jede Schicht separat aus, wie im Gellack-Tutorial erklärt.
- Entferne Gellack mit Aceton und Folie, niemals mit einer Feile auf der Haut. Sieh dir die Erklärung zu Aceton und Gelnägeln an.
- Hast du Zweifel bezüglich HEMA? Lies zuerst die Erklärung zu HEMA-freiem Gel, bevor du ein neues Produkt auswählst.
Was der Diskussion über gefährliche Stoffe in Gellack oft fehlt
Die meisten Berichte enden beim TPO-Verbot, als wäre das die ganze Geschichte. Das ist zu einfach. TPO erhielt zu Recht Aufmerksamkeit, weil es reproduktionstoxisch ist, aber das praktische Risiko für den durchschnittlichen Benutzer lag schon immer anders: in unsauberer Anwendung, nicht in einem bestimmten chemischen Namen.

Wer dünn aufträgt, Hautkontakt vermeidet und seine Lampe korrekt verwendet, trägt mit den meisten gängigen Formeln ein begrenztes Risiko, auch wenn Acrylate enthalten sind. Wer dick aufträgt, verschüttet und mit einer Feile entfernt, baut ein Risiko auf, unabhängig davon, welcher Photoinitiator in der Flasche ist.
Die eigentliche Veränderung, die jetzt nötig ist, besteht also nicht darin, sich über ein neues Etikett in Panik zu versetzen. Es geht darum, etwas ernst zu nehmen, das Nagelbegeisterte oft unterschätzen: Technik ist eine Sicherheitsmaßnahme, keine reine Frage der Ästhetik. Wer das umkehrt und jedes Produkt mit Argwohn betrachtet, aber die eigene Anwendungstechnik nie anpasst, greift das Problem an der falschen Stelle an.
— Pascal
Kiki London: sichere Produkte und How-to-Seiten für den Heimgebrauch
Kiki London entwickelt Formeln, die auf die neuen EU-Regeln eingehen, mit TPO-freien und HEMA-freien Optionen für alle, die lieber kein Risiko bei einer Acrylatempfindlichkeit eingehen.

Neben Produkten findest du auf der Website ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Auftragen, Aushärten und Entfernen, sodass du nicht selbst herausfinden musst, wie viel Zeit jede Schicht in der Lampe benötigt. Möchtest du direkt loslegen? Sieh dir die vollständige Anleitung zum Auftragen und Entfernen von Gellack an oder wähle eine starke Basis mit dem Easy Build Up Builder Gel Sweet Rose für eine feste, lang anhaltende Maniküre ohne Stress.
Wichtigste Erkenntnisse
Die sichere Verwendung von Gellack hängt weniger davon ab, welcher Stoff verboten ist, als davon, wie sorgfältig du flüssiges Gel aufträgst, aushärtest und entfernst.
| Punkt | Details |
|---|---|
| TPO ist verboten | Seit September 2025 darf TPO aufgrund von Fortpflanzungsrisiken und Allergien nicht mehr in Kosmetika enthalten sein. |
| Acrylate bleiben relevant | HEMA und verwandte Methacrylate können bei wiederholtem Hautkontakt eine Kontaktallergie auslösen. |
| Die Technik wiegt schwerer als das Etikett | Dünne Schichten und vollständige Aushärtung verringern das Risiko mehr als das Vermeiden eines einzelnen Inhaltsstoffs. |
| Das Entfernen kann Schäden verursachen | Kratzen oder Feilen auf der Haut erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Sensibilisierung; wähle Soak-off mit Aceton. |
| Wähle bewusst deine Marke | Kiki London bietet TPO-freie und HEMA-freie Optionen mit passenden How-to-Anleitungen für eine sichere Verwendung zu Hause. |
Quellen
- Health
- Acryl, biab oder gellak: hoe schadelijk is langhoudende nagellak voor je nagels? | Radar
- Gellack met schadelijke stof TPO vanaf 1 september verboden — RTL
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht den Rat eines qualifizierten Arztes. Sprich mit einem qualifizierten Gesundheitsdienstleister über deine persönliche Situation, bevor du aufgrund dieser Inhalte handelst.